Dienstag, 28. Oktober 2008


So mittlerweile bin ich schon einen Monat in China und nach den ersten Startschwierigkeiten hab ich mich eigentlich ganz gut eingelebt. An manche Dinge hier werd ich mich wohl nie gewöhnen, zum Beispiel dass die Chinesen überall hinrotzen, aber ich glaub das ist auch ganz gut so :-).
Das Arbeit hier macht sehr viel Spaß, das einzige was hier etwas doof ist, die Baustelle ist halt am Arsch der Welt. Was auch zum Problem werden kann, wenn man sich irgendwie verletzt und gerade im Tunnel selbst gibt es sehr viele Stellen an denen man sehr vorsichtig sein muss, da die chinesischen Sicherheitsvorschriften nicht wirklich streng sind, das einzige was da wirklich kontrolliert wird ist das Rauchverbot, wenn man sich ne Zigarette im Tunnel ansteckt kommt gleich der „Sicherheitsbeauftragte“ und fordert einem auf sie auszumachen. Naja – deshalb achte ich im Tunnel immer genau darauf was ich mach und überleg mir jeden Schritt 2 mal! Denn wenn man hier ins Krankenhaus muss, dann ist man verloren.
Mit meinen Kollegen hier von Herrenknecht, alle aus einem anderen Teil der Erde, versteh ich mich sehr gut. Abends gehen wir öfter mal ein Bierchen trinken und in einer chinesischen Kantine etwas snacken, also von dem her kann ich mich nicht beklagen.
Diese Woche war ich auch mal mit meiner Kamera im Tunnel unterwegs und hab ein paar Bilder geschossen, dass ihr euch auch mal einen Eindruck machen könnt wie mein Arbeitsplatz hier aussieht. Ich hoffe man kann etwas erkennen, den es ist nicht einfach im Tunnel gute Bilder zu schießen!
An einem meiner nächsten Wochenenden, wenn wir mal wieder nach Xichang kommen, werde ich einen Ausflug an den Stadtsee machen, ein Arbeitskollege hat mir erzählt dass es dort viele kleine Tempel und sogar Affen geben soll. Naja, jetzt mal schauen wann das was wird.
Also freut euch schon mal auf diesen Blog, bis dann…

Montag, 13. Oktober 2008

Wandern in den Ausläufern des Himalaya

Dieses Wochenende war die Straße nach Xichang leider mal wieder von Erdrutschen verschüttet und es war kein Durchkommen. Aber ich hab vorgesorgt! Mit meinem Kollegen Kai, der hier das Ersatzteillager einrichtet, hab ich abgemacht dass wir am Sonntag in den Bergen um unser Camp wandern gehn.
Gegen 11 Uhr sind wir in der prallen Mittagssonne losgelaufen, war zwar nicht gut überlegt (ca. 30°C), aber dafür war es leider schon zu spät! Nach einer halben Stunde querfeldein kamen wir dann endlich an einen Fußweg der uns nach oben führte. Noch in Sichtweite unsres Camps fanden wir dann eine kleine Bauernsiedlung mit einigen kleinen Maisfeldern und Ziegenzucht. Schon stark mitgenommen von der Hitze machten wir uns weiter an den Aufstieg. Zum Glück führte uns der Weg bald in ein kleines Bambuswäldchen, wo die Luft nicht mehr so heiß war und das Wandern etwas angenehmer machte. Immer weiter über unsern Fußweg, der uns teilweise gefährlich nahe an tiefen Abgründen vorbeiführte, kamen wir nach einer weiteren Stunde an eine bewohnte Höhle, der Wahnsinn, ich hätte nie gedacht dass es so etwas noch gibt! Der Eingang der Höhle war mit Bambus, als Wand, abgetrennt und draußen hing Mais zum trocknen. Eine viertel Stunde von der Wohnhöhle entfernt fanden wir dann die nächste kleine Bauernsiedlung, draußen war eine alte Frau die die Hunde zurückpfiff, nach einem kurzen Gespräch wollte sie uns einladen, dass wir uns etwas ausruhen können. Wir haben dankend abgelehnt, da wir noch einiges an Weg vor uns hatten. Also ging es weiter, allerdings nicht mehr lange, nach einer halben Stunde musste ich leider abbrechen, meine Kräfte waren aufgezehrt und ich wusste, wenn ich jetzt nicht aufhöre wird der Abstieg zu gefährlich! Kai ging noch eine halbe Stunde weiter und ich mache es mir unter einer Eiche gemütlich. Es dauerte nicht lange bis ich Gesellschaft bekam, ein kleiner Paradiesvogel ließ sich auf einem Baum in meiner Nähe nieder, ein wunderschöner Anblick. Nachdem Kai zurück war und berichtete dass ich nicht viel verpasst hab, ging es an den Abstieg. Dass er so beschwerlich wird haben wir uns nicht gedacht, aber es führte kein Weg dran vorbei, im wahrsten Sinne des Wortes, wir mussten wieder ins Tal. Nach zwei Stunden Abstieg und sieben Stunden Gesamtwanderzeit sind wir dann glücklich aber auch ziemlich KO wieder unten in unserm Camp angekommen.
Von der Wanderung habe ich viele schöne Eindrücke und Erfahrungen mitgenommen und eine dicke fette Blase am rechten Fuß :-) naja damit kann ich leben...

Sonntag, 5. Oktober 2008

Erste Woche in China

So nun bin ich schon eine Woche hier in China und nach dem ersten Kulturschock, geht´s mir auch schon wieder besser!
Die Woche auf der Baustelle zu arbeiten war sehr interessant, vor Allendingen die Arbeitsweise der Chinesen. Fast zu jedem Arbeiter gibt es einen Vorarbeiter, wenn nicht schlafen die Arbeiter und wenn der Vorarbeiter schläft, so schläft der Arbeiter auch. Sprich im Allgemeinen schlafen da sehr viele Leute auf der Baustelle! Wenn sie dann mal etwas arbeiten sieht es immer sehr witzig und planlos aus, was die Ergebnisse oft genug bestätigen - zum Glück hab ich damit nur indirekt was zu tun. Wenn ich nicht gerade mitm Michael, mein Projektleiter vor Ort, auf der Baustelle auf Rundgang bin so sitz ich im Büro und schreib Schulungspläne auf Englisch, welche dann von einem chinesischen Mitarbeiter übersetzt werden. Im Großen und Ganzen macht die Arbeit hier sehr viel Spaß.
Über das Wochenende, was bei uns nur Sonntag ist, haben wir dann den weg nach Xichang, der nächst größeren Stadt, auf uns genommen. Am Samstag Abend nach 2,5 Stunden Fahrt warn wir um 21 Uhr in unserm 4 Sternehotel - endlich mal wieder ein kleines bisschen Luxus ;-). Schnell unser Gepäck verstaut und dann ab in die Stadt. Dort warn wir dann in Grandmother´s Kitchen essen, ein Restaurant mit europäischem Essen und Sauberkeit, was hier nicht leit zu finden ist (also das mit der Sauberkeit)! Nach einer leckeren Pizza und ein paar Longdrinks ging’s dann wieder heim in unser Hotel. Am Sonntag bin ich dann mal auf eigene Faust losgezogen und hab die Stadt erkundet. Teilweiße ist die Stadt wunderschön, allerdings sieht man auch viel Elend, dass man so gar nicht in Worte fassen kann. Am Abend um 17 Uhr ging’s dann wieder ab Richtung Baustelle, über unsere Betonstraße, bei der man es eher russisches Roulett nennen könnte als Auto fahren, denn in dem nichtmal einen Tag sind schon wieder mehrere Erdrutsche abgegangen und haben die Straße teilweiße verschüttet. Naja, zum Glück hat alles geklappt auf der Heimfahrt...